Viele werden jetzt sicher schmunzeln und zustimmend mit dem Kopf nicken. Aber wer sich etwas mehr mit die Aussage auseinandersetzt, wird sehr schnell feststellen, wie oft man ein Produkt verkauft und die Lösung dabei vergisst.

Ein sehr interessanter Ansatz in diesem Zusammenhang ist die Idee des Kochhauses in Berlin (www.kochhaus.de). Es ist quasi ein begehbares Kochbuch. Die Kunden können sich aus einer Anzahl von Gerichten die genau passenden Zutaten in ihren Einkaufswagen legen. Große Schaubilder zeigen, welche Produkte in welcher Menge benötigt werden. Anstatt eine Packung Lorbeerblätter zu kaufen, kann der Kunden auch nur ein einzelnes Blatt kaufen. Sicherlich, dies hat seinen Preis. Aber überlegen Sie mal, wie viele angebrochene und dann nie wieder genutzte Gewürzpackungen bei Ihnen im Schrank verderben? Was ist letztlich günstiger?

Was bedeutet dies nun für unsere Kunden und Projekte? Wir müssen uns ständig fragen, welche Ziele ein Kunde mit seinem Projekt verfolgt. Was genau möchte der Kunde mit seinem Projekt erreichen? Sind die Maßnahmen die wir vorschlagen wirklich notwendig oder werden Sie nur angeboten, weil die Großpackung günstiger ist?

Leere Foren, ungenützte Chat-Räume oder ausbleibende Newsletter zeugen von Funktionen, die bei vielen Standardanwendungen „sowieso“ dabei sind, aber nicht wirklich vom Kunden genutzt werden. Sie gehören halt zum Paket dazu und ob ihr Einsatz wirklich sinnvoll oder praktikabel ist, wird nur selten hinterfragt. Häufig werden dann von Agenturen noch Mitbewerber präsentiert, die diese Funktionen natürlich auch in Ihrer Anwendung anbieten. Hier darf man keinesfalls zurückstehen.

Umso überraschter sind dann unseren Kunden, wenn wir hinterfragen, was genau sie mit einer Funktion erreichen wollen. Welche Mitarbeiter haben eigentlich die Zeit sich um Themen wie Blogs oder Foren zu kümmern? Sicherlich ist Social Media derzeit in aller Munde und es gibt zumindest einige sehr sinnvolle Einsatzgebiete. Allerdings kostet dies viel Zeit und dessen müssen sich die Kunden bewusst sein. Ist ein Kunde nicht bereit oder in der Lage diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen, sollte auf diese Funktionen verzichtet werden.

Lieber kocht man ein Gericht mit wenigen, dafür aber hochwertigen und gut aufeinander abgestimmten Zutaten, als ein Gericht, das möglichst allen schmecken soll, aber dafür keine eigene Note hat.

Guten Appetit

Andreas Krax